



Prüfen Sie, ob die Restdivergenz des Windfeldes hinreichend
klein ist. Bei starken Geländeunebenheiten (Steigungen von mehr
als 1/4) konvergiert das Iterationsverfahren bei der Beseitigung der
Divergenz nur langsam, 100 Iterationsschritte (Standard) sind hier
eventuell nicht ausreichend (Parameter Im in grid.def). Als Faustregel
sollte die Restdivergenz (Dimension Geschwindigkeit/Länge, siehe
Lprwnd.log) deutlich kleiner sein als die typische
Anströmgeschwindigkeit geteilt durch die typische
Hindernisabmessung.

Vor einer Rechnung schauen Programme wie Lprwnd oder Lprgrd
nach, ob schon binäre Parameterdateien vorhanden sind (zum
Beispiel grdaxxx.arr, sldaxxx.arr,
srfa100.arr). Sind diese vorhanden, werden sie nicht neu
erzeugt. Löschen Sie vor dem Programmstart diese Dateien, damit
Ihre Parameteränderungen auch wirklich berücksichtigt werden.
Der an der Anemometerposition vorgegebene Windvektor wird zur Erzeugung des freien Anströmfeldes verwendet, welches dann an das Gelände angeglichen und divergenzfrei gemacht wird. Bei diesem Vorgang kann sich auch der Windvektor an der Anemometerposition ändern. Damit das endgültige Windfeld am Anemometerort exakt die vorgegebenen Werte besitzt, müssen zuerst zwei Basisfelder erzeugt werden (zum Beispiel Anströmung aus Süden und aus Westen), aus denen durch Linearkombination das endgültige Windfeld gebildet wird (Windfeldbibliothek). Dieses Verfahren ist vor allem dann vorzuziehen, wenn das Anemometer nicht in freiem Gelände, sondern zum Beispiel in der Nähe eines Berghangs liegt. Die Verwendung von (eventuell intern erzeugten) Basisfeldern ist daher die Standardeinstellung.
Beachten Sie, daß für sehr ungünstige
Anemometerpositionen die Basisfelder am Anemometerort aufgrund von zum
Beispiel Kanalisierungseffekten bei stabiler Schichtung fast
parallel verlaufen können. In diesem Fall ergeben sich meist sehr
hohe Werte für die Faktoren, die zur Linearkombination verwendet
werden (siehe lprwnd.log) und es treten im endgültigen Windfeld
unerwünschte Effekte auf. Es ist daher wichtig, die
Anemometerposition in komplexem Gelände sorgfältig zu
wählen.
Bei der Überlagerung von Basis-Windfeldern für komplexes
Gelände und Netzschachtelung kann es für Netze, die nicht die
Anemometerposition enthalten, passieren, daß die Basisfelder
nicht korrekt überlagert werden. In der Regel liegt das Anemometer
im feinsten Netz, so daß dieses Problem nicht auftritt. Bei der
Verwendung eines Geländeprofils wird empfohlen, das feinste Netz
immer so zu wählen, daß es die Anemometerposition
enthält, da die Überlagerung der Basisfelder sonst als
Notbehelf anhand der Windwerte eines gröberen Netzes erfolgen
muß.
Das diagnostische Windfeldmodell Lprwnd verwendet zur Berechnung des Windfeldes in komplexem Gelände die
Gewichtungsfaktoren av und ah. Ist av>1, so wird ein
Hindernis eher umströmt als überströmt. Die
resultierende Strömung entspricht einer Potentialströmung
(av=1), die sich ergeben würde, wenn das Hindernis um den Faktor
av erhöht wäre. Der Faktor av wird aus einer
charakteristischen Geschwindigkeit, vc, und einer charakteristischen
Längenskala der Geländeunebenheiten berechnet. Bei
Gelände mit starken Höhenunterschieden kann es vorkommen,
daß das so berechnete av zu groß ist. Für diesen Fall
ist bekannt, daß Konvergenzprobleme auftreten können.
Erfahrungsgemäß sollte av den Wert 5 nicht
überschreiten. Über die Aufrufoption -m<AvMax> von
Lprwnd kann ein reduzierter Maximalwert für av vorgegeben werden
(Standard ist 10).
Beachten Sie, daß in LASAT die Mischungsschichthöhe
für negative Monin-Obukhov-Längen (labile bis neutrale
Schichtungen, Klassen III/2, IV, V) über NN gerechnet wird. Hat
das Gelände einen globalen Höhen-Offset (beispielsweise ein
Hügel auf einem Plateau), so sollte dieser Offset zu der
Mischungsschichthöhe dazuaddiert werden. Dies geschieht über
die Angabe von HmMean in der Datei wetter.def (zum Beispiel
HmMean = { 0 0 0 1500.0 1800.0 1800.0 } für einen
Offset von 700 m; bei der Angabe 0 wird der Standardwert
übernommen).
Im ersten Moment würde man erwarten, daß sich in
diesem Fall exakt um einen Faktor 1000 erhöhte Konzentrationen
ergeben, da die Trajektorien der Simulationsteilchen unverändert
bleiben und sich nur die Masse, die von jedem Simulationsteilchen
repräsentiert wird, erhöht. Bei der Berechnung der
Gesamtteilchenzahl, die von der Quellstärke abhängt,
können jedoch Rundungsfehler auftreten (die Teilchenzahl muß
ganzzahlig sein!), so daß bei Vorgabe einer anderen
Quellstärke auf einmal mit einem Teilchen mehr oder weniger
gerechnet wird. Damit teilt sich auch die Folge von Zufallszahlen, die
zur Berechnung der Teilchentrajektorien benötigt werden, anders
auf die Teilchen auf und es entstehen entsprechend andere statistische
Fluktuationen in der Konzentrationsverteilung.